• Qualitätssicherung

Qualitätssicherung

 

Neben den Herstellungsprozess begleitenden Kontrollen werden auch Prüfungen am fertigen Produkt durchgeführt, um die vom Kunden verlangte Qualität sicherzustellen. Die Anzahl der entnommenen und untersuchten Proben richtet sich in der Regel nach Normen oder nach Kundenspezifikationen.

Zerstörende Prüfung

Mittels Spektralanalyse, der Analyse im nasschemischen Labor, mechanischer Werkstoffprüfungen und metallographischer Verfahren wird die Güte der Produkte aus dem Hause HUNDT & WEBER in zerstörender Prüfung festgestellt.

Spektralanalyse
Um die Qualität des Schmelzprozesses zu sichern, werden vor dem eigentlichen Gießvorgang Analysen mit einem Vakuum-Funken-Emissionsspektrometer durchgeführt. Bei Abweichungen von Sollwertvorgaben können schnelle Korrekturen durchgeführt werden, so dass die Schmelze den jeweiligen Kundenanforderungen entspricht.
Für Sonderfälle steht uns ein komplett ausgestattetes nasschemisches Labor zur Verfügung.

Mechanische Prüfungen
Die häufigste Kenngröße zur Beschreibung des Materialzustandes ist die Härte. Sie ist der Widerstand, den ein Körper dem Eindringen eines harten Prüfkörpers entgegensetzt. Bei der für Kupferlegierungen in der Regel üblichen Prüfung nach Brinell (EN 10003-1) wird eine Stahlkugel (HBS) oder Hartmetallkugel (HBW) verwendet.
Beim Kerbschlagbiegeversuch (EN 10045-1) wird eine gekerbte Probe mit einem Schlag zerbrochen und die verbrauchte Schlagarbeit gemessen. Der Versuch dient der Beurteilung der Zähigkeit des Werkstoffs. Für NE-Metalle kommt er jedoch weniger in Frage.
Im eigenen Werkstofflabor werden im Zugversuch (EN 10002-1) die mechanischen Kennwerte (0,2-Dehngrenze, Zugfestigkeit und Bruchdehnung) ermittelt. Hierdurch erfolgt eine genaue Charakterisierung des Werkstoffzustandes.

Metallographie
Mittels lichtoptischer Verfahren und Prüftechniken können Fehler und deren Art und Ursache im Bauteil sichtbar gemacht werden. Weiterhin kann man aus der Gefügestruktur und der Korngröße Rückschlüsse auf die Materialeigenschaften ziehen. Bei dieser Prüfung wird ein Auflichtmikroskop (Metallmikroskop) eingesetzt. An der Probe wird eine Schnittebene ausgeschliffen und durch Polieren und Ätzen für eine mikroskopische oder auch makroskopische Beobachtung vorbereitet.

Zerstörungsfreie Prüfung

Dichtheit, Leitfähigkeit und Permeabilität werden zerstörungsfrei geprüft. Ebenso können Fehler in Gussteilen mittels Durchstrahlung, Ultraschall und Farbeindringprüfung auf zerstörungsfreiem Wege sichtbar gemacht werden

Durchstrahlungsprüfung
Mittels der Durchstrahlungsprüfung (Röntgen- und Gammastrahlen) können Fehler im Inneren von Gussteilen nachgewiesen werden. Diese Strahlen durchdringen alle Stoffe geradlinig und werden dabei material- und dickenabhängig geschwächt. Fehler im Material (z.B. Gasblasen, Formstoffeinschlüsse) werden dadurch als dunkle Anzeigen auf strahlungsempfindlichem Film sichtbar gemacht.

Ultraschall-Prüfung
Durch die Ultraschall-Prüfung werden nicht sichtbare Fehler im Werkstoffinneren detektiert. Außerdem kann die Materialstärke auf einfache Weise bestimmt werden.
Die gebündelten Schallwellen durchlaufen das zu prüfende Werkstück und werden an dessen Rückwand reflektiert. Aus der Größe des Fehlerechos lassen sich Rückschlüsse auf im Werkstück verborgene Fehler (z. B. Lunker, Schlackeneinschlüsse, Poren etc.) ziehen.

Permeabilitätsprüfung
Die magnetische Permeabilität μ ist eine der Kenngrößen eines Werkstoffes. Bei Kupferwerkstoffen werden die magnetischen Eigenschaften durch ihre chemische Zusammensetzung, insbesondere den Eisengehalt, beeinflusst. Von Wichtigkeit ist diese Kenngröße bei Kupfer-Aluminium-Legierungen, die im Marinebereich Verwendung finden.

Leitfähigkeitsprüfung
Die elektrische Leitfähigkeit ist der Kehrwert des spezifischen Widerstandes. Da ein großer Teil des Kupfers im elektrotechnischen Bereich angewandt wird, ist es verständlich, dass sie als wichtigste Eigenschaft dieses Metalls angesehen wird. Schon geringe Gehalte an mischkristallbildenden Elementen verringern jedoch die elektrische Leitfähigkeit.
Als Einheit gilt: m/Ohm x mm² (Siemenseinheiten, SE) oder % IACS.
100% IACS entsprechen 58 m/Ohm x mm².
Für Reinstkupfer gilt ein Wert von 59,62 m/Ohm x mm² bei 20°C.
Zwischen der Wärmeleitfähigkeit und der elektrischen Leitfähigkeit besteht ein bei Raumtemperatur näherungsweise linearer Zusammenhang. Aufgrund der hohen Wärmeleitfähigkeit werden Reinkupferwerkstoffe, insbesondere auch in metallurgischen Öfen, eingesetzt.

Dichtheitspüfung
Bei Armaturengehäusen und Formgussstücken gehört die Dichtheitsprüfung als ein wesentliches Element zur Fertigungsüberwachung. Um die Druckdichtheit dieser Bauteile zu gewährleisten, werden sie mit einem Vielfachen des später eingestellten Betriebsdruckes (Nenndruck) über einen definierten Zeitraum geprüft. Technische Einzelheiten zur Dichtheitsprüfung sind in jedem Einzelfall in der Bestellung anzugeben.
Bei der Durchflussmengenprüfung wird der Wasserdurchfluss in m³/h und der Druckabfall im Bauteil in bar ermittelt. Die Dokumentation erfolgt über ein automatisch aufgezeichnetes Diagramm.

Farbeindring-Prüfung
Das Farbeindringverfahren wird zur Erkennung von Mikrorissen und Porositäten angewendet. Die verwendete Flüssigkeit dringt infolge der Kapillarwirkung in zur Oberfläche hin offene Fehler ein. Nach Behandlung mit einer Entwicklerflüssigkeit zeigen diese eine sichtbare Färbung.
Voraussetzung ist, dass
  • der Fehler von der Oberfläche ausgeht,
  • der Fehler eine freie Öffnung zur Oberfläche besitzt, so dass das Prüfmittel in den Fehler eindringen kann.
Die Erfassung der Befunde erfolgt mittels Fotografien. Auch hier existieren Referenzfotos oder entsprechende Richtreihen, wo runde bzw. lineare Anzeigen gemäß ihrer Häufigkeit und Größe auf einer Referenzfläche in Klassen eingestuft werden.